SKU,   Segelkameradschaft Unterbacher See e.V.,  Duesseldorf    
         Schottland – Die Hebriden-Ouvertüre

Törnbericht     22.05.  -  29.05.2010   von  Wolf  Ortlinghaus  
Evenstar in Loch Drumbie
  SY  "Evenstar"  Bavaria 38  in Loch Drumbie   (if)

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Die Hebriden-Ouvertüre

Bei strahendem Sonnenschein verlassen wir Craobh Haven mit unserer Segelyacht Evenstar. Zum Eingewöhnen geht es heute zu der nur wenige Seemeilen entfernten Ardfern Marina. In einer Woche wollen wir die Insel Mull im Uhrzeigersinn umrunden.

Am nächsten Tag werfen wir bereits um 07.00 Uhr in Ardfern die Leinen los. Wenig später tauchen wir ein in dichte Nebelfelder. Dank Radar und Kartenplotter navigieren wir sicher an felsigen Untiefen vorbei. Der Nebel lichtet sich und wir sehen vor uns die berüchtigte Meerenge Corryvreckan. Zahlreiche Schiffe sind hier schon verlorgen gegangen. Insbesondere bei Westwind und Ebbstrom kommt es bei Corryvreckan zu ausgesprochen gefährlichem Seegang. Wir passieren die Meeresenge zwischen den Inseln Jura und Scarba bei Stillwasser und schwachem Wind und erleben Correvreckan ausgesprochen friedlich.

Anschließend stecken wir Kurs Richtung Iona ab und ankern wenige Stunden später im Sound of Iona in unmittelbarer Nähe des Fähranlegers.  

Sound of Iona - Rechts Iona, links Mull

Sound of Iona - Rechts Iona, links Mull   (wo) 

Die strahlende Sonne, der wunderschöne Sandstrand und das türkis leuchtende Wasser lassen kaum vermuten, dass wir in Schottland sind. Einzig die Wassertemperatur deutet auf nordische Gewässer hin.

Die Insel Iona liegt etwa eine Seemeile westlich der Insel Mull und gehört zu den Inneren Hebriden. Rund 100 Menschen leben auf der Insel, die meisten im Hauptort Baile Mor, der sich vom Fähranleger an der Küste entlang streckt.

Wir brennen darauf, diesen geschichtsträchtigen Ort zu erkunden. Iona war die Keimzelle für die Verbreitung des christlichen Glaubens in Schottland. Columban kam im Jahr 563 von Irland nach Iona und gründete dort ein Kloster. Iona galt lange Zeit als "Heilige Stätte" und viele Könige sollen hier bestattet worden sein!
Nach dem Anlanden mit dem Beiboot schauen wir uns die Ruinen des Nonnenklosters an und besichtigen die weithin sichtbare Abtei. Nach einigen Stunden kehren wir tief beeindruckt auf unsere Yacht zurück.
 
Iona - Die Abtei

Iona - Die Abtei   (if) 

Schottland verwöhnt uns auch heute wieder mit Sonne und 3 Windstärken aus Nord Nord-West. Dies sind optimale Bedingungen, um die nur 10 Seemeilen entfernte Felseninsel Staffa anzulaufen. Staffa befindet sich nordwestlich von Mull und gehört ebenfalls zu den Inneren Hebriden. Die unbewohnte Insel ist nur 200 mal 600 Meter groß, bietet mehrere bekannte Sehenswürdigkeiten und wird im Sommer deshalb täglich von Ausflugsbooten angelaufen.
 
Staffa

Staffa  (ib)  

 
Staffa ist bekannt für seine zahlreichen sechseckigen Säulen aus Basalt. Vermutlich sind diese durch eine große unterirdischen Explosion vor rund 60 Millionnen Jahren aus Lava entstanden. Diese Säulen setzen sich unter dem Meer fort und enden in Nordirland beim Giant's Causeway. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist Fingalshöhle, die 80 Meter lang und etwa 10 Meter breit ist. Diese Höhle wurde im Laufe der Jahrtausende durch die Kraft des Meeres geformt. Ausflugsboote fahren bei ruhigem Wetter sogar in die Höhle hinein.

 
Basaltsäulen auf Staffa

 Basaltsäulen auf Staffa  (ib)  

 
Zahlreiche Persönlichkeiten haben Staffa besucht, unter ihnen auch Künstler, die dort einige ihrer Werke geschaffen haben. Felix Mendelsohn Bartholdy komponierte nach seinem Besuch auf Staffa gar die Hebriden-Ouvertüre.

Von Iona benötigen wir gerade zwei Stunden unter Vollzeug um Staffa zu erreichen. Wir lassen den Anker im Süden der Insel auf 7 Meter Wassertiefe fallen. Mit dem Beiboot setzen wir zum Anleger der Ausflugsboote über. Bei dem ruhigen Wetter lassen wir auch heute unsere Evenstar ohne Ankerwache. Heute früh sind wir alleine auf Staffa. Noch ist kein Ausflugsboot in Sicht.
 

Fingals Höhle
                        Fingals Höhle  (ib)

 
Nur das Meer, der Wind und vor allem zahlreiche Seevögel sind zu hören. Wir erkunden die Insel und sind faziniert, mit welcher Präzision die Natur die sechseckigen Säulen geschaffen hat.

Unsere Wanderung führt uns natürlich auch in Fingalshöhle, die bei dem wunderbaren Sonnenlicht besonders beeindruckend ist.
Nach der ausgiebigen Inselbesichtigung geht es weiter Richtung Coll, eine kleine Insel im Westen von Mull. Der Wind hat mittlerweile auf 5 bis 6 Windstärken zugenommen. Nach gut 3 Stunden machen wir an einer Mooringtonne fest und lassen bei einem Apperitif den Tag Revue passieren.

Unsere Rundung der Insel Mull im Uhrzeigersinn führt uns am Point of Ardnamurchan vorbei, dem westlichsten Punkt des schottischen Festlands.
 
Point of Ardnamurchan, der westlichste Punkt des schottischen Festlands

Point of Ardnamurchan, der westlichste Punkt des schottischen Festlands   (if)  


Nach einer ausgiebigen Fotosession ändern wir den Kurs Richtung Sound of Mull. Raumschots segeln wir an der Küste von Mull entlang und erreichen am Nachmittag Tobermory. Bei der Annäherung leuchtet die farbenprächtige Häuserfront am Hafen im Sonnenschein.
 
Tobermory Waterfront

Tobermory - farbenprächtige Häuserfront   (if)  

 
Tobermory bietet neben zahlreichen Mooring Tonnen, eine Steganlage, Sanitäreinrichtungen, Einkaufsmöglichkeiten und eine Whisky-Brennerei.
 
Wir verlassen Tobermory und segeln in das landschaftlich wunderschöne Loch Sunart. Dieses zieht sich mehr als 20 Seemeilen Richtung Osten. Gegen Mittag sichten wir Seehunde, die es sich auf mehreren Felsen in der Sonne gemütlich gemacht haben. Bereitwillig lassen sich die Tiere fotografieren.
 
Nach einigen Stunden wenden wir und laufen am Ausgang von Loch Sunart in den Naturhafen Loch Drumbuie (Loch na Droma Buidhe) ein. Dort lassen wir in der Nähe des südlichen Ufers unseren Anker fallen. Mit dem Beiboot landen wir an und erklimmen den Berg und werden mit einem fantastischen Ausblick über Loch Drumbuie und Loch Sunart belohnt.
 
Loch Drumbie, im Hintergrund Loch Sunart

 Loch Drumbie,  im Hintergrund Loch Sunart   (wo)  

 
Unser Törn führt uns weiter im Sound of Mull nach Oban, der Hauptstadt der Region. Wir machen an einer Mooringtonne fest und setzen mit unserem Beiboot über. Nach ausgiebigen Sightseeing verholen wir uns von Oban in die gegenüberliegende Marina auf der Insel Kerera.

Am letzten Tag geht es über den Sound of Luing wieder zurück zum Heimathafen Craobh Haven.
 
Begegnung im Sound of Luing

Begegnung im Sound of Luing   (if) 

 
Noch einmal haben wir tolles Segelwetter mit viel Sonne. So kann das Wetter in Schottland auch sein! Fazit: Wir haben in einer Woche die Insel Mull umrundet, sehr viel gesehen, hatten viele tolle Segelstunden und unerwartet gutes Wetter!

 
Die Crew der Evenstar
Die Crew der  "Evenstar" (if)   
 

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